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Am 5. Januar 1846 wurde den Eheleuten Baouardy im galiläischen Abellin, einem Ort zwischen Haifa und Nazareth, eine Tochter geboren, die sie aus Dankbarkeit auf den Namen der Gottesmutter Mirjam tauften.

Als sie mit drei Jahren ihre Eltern verlor und von einem Onkel adoptiert wurde, erwählte sie die heilige Jungfrau zu ihrer Mutter und verehrte sie besonders. Und diese dankte es ihr auf wunderbare Weise.

1854 zog der Onkel mit seiner Familie nach Alexandrien. Nach orientalischem Brauch wurde sie an ihrem 13. Geburtstag mit dem Bruder ihrer Tante verlobt, ohne gefragt zu werden. Zunächst fügte sie sich, bis sie im Innersten die Worte hörte: „Wenn du mir dein Herz schenkst, werde ich immer bei dir bleiben.“ Daraufhin schnitt sie sich am Morgen vor der Hochzeit die langen Zöpfe ab und gab den bereits erhaltenen Schmuck dem Bräutigam zurück. Der wütende Onkel behandelte sie von da an wie eine Sklavin, um ihren Willen zu brechen. Mirjam wollte die Flucht ergreifen und wandte sich an einen früheren Diener ihres Onkels, damit dieser sie nach Nazareth mitnehme. Aber der hatte seine eigenen Pläne und wollte sie zwingen, zum Islam überzutreten. Als sie sich weigerte, durchschnitt er ihr in einem Anfall von Wut die Kehle und ließ sie vermeintlich tot in einer einsamen Gasse liegen. Später erzählte sie, dass sie in den Himmel aufgenommen worden sei, wo sie auch ihre Eltern getroffen habe. Aber sie habe nicht bleiben dürfen, weil ihr Leben noch nicht vollendet gewesen sei. Und dann habe sie sich in einer Höhlen artigen Ruine wiedergefunden, wo sie von einer ihr unbekannten Frau in einem himmelblauen Gewand gesund gepflegt worden sei. Diese habe sie zu einem Franziskanerkloster gebracht und verlassen. Erst im Nachhinein wurde ihr bewusst, dass es die Gottesmutter war, die sie nach ihrem Martyrium gepflegt hatte. Ihr Leben lang behielt sie eine 10 cm lange und 1 cm breite Narbe am Hals. Zudem fehlten ihr zwei Ringe der Luftröhre. Ein Arzt meinte, es sei unmöglich, mit einer solchen Verletzung zu überleben.

Ein Franziskaner verschaffte ihr Arbeit als Hausmädchen bei einer christlichen Familie. Immer wieder musste sie jedoch die Stelle wechseln, um sexuellen Belästigungen zu entgehen. Schließlich gelangte sie nach Beirut, wo sie vieles erleiden und erdulden musste, aber immer auf wunderbare Art geheilt wurde. Ihre Herrin vermittelte ihr dann Arbeit bei ihrer Tochter in Marseille. Dort trat sie 1865 bei den St.-Josephs-Schwestern ein, wo sich Ekstasen und Entzückungen einstellten und sie die Wundmale empfing. Deshalb wurde sie vor Ablauf des Postulats entlassen und in einen kontemplativen Orden empfohlen.

Mirjam erhielt bei ihrer Einkleidung im Karmel von Pau in Westfrankreich den Ordensnamen „von Jesus dem Gekreuzigten“. Ihre Priorin beschrieb sie folgendermaßen: „Nach ihrem Äußeren würde man sie nicht für älter als zwölf Jahre halten. Ihre kleine Gestalt, ihr unschuldiger Blick, ihre große Unwissenheit machen sie zu einem richtigen Kind. Erstaunlicherweise verbinden sich jedoch mit dieser Einfalt große Weisheit, ein gesundes Urteil und ein gutes Unterscheidungsvermögen. Wenn es ihr auch an ausgebildeten Talenten fehlt, so sieht man an ihr reiche Herzens- und Geistesgaben.“ Mirjam hatte nie lesen und schreiben gelernt und konnte das Offizium nicht mitbeten, blieb Laienschwester und arbeitete meist in der Küche. Die Ekstasen und Visionen hörten nicht auf und ihre Äußerungen wurden von den Mitschwestern mitgeschrieben, so dass ihr Leben gut dokumentiert ist. Sie selbst litt unter diesen außergewöhnlichen Ereignissen, ertrug aber alles mit Demut und Geduld. Der Ruf der Heiligkeit der „Kleinen“, wie man sie nannte, drang weit über die Klostermauern hinaus. Im August 1870 wurde sie mit fünf anderen Schwestern nach Indien geschickt, um in Mangalore einen neuen Karmel zu gründen. Dort legte sie die Gelübde ab, wurde aber auf Drängen des Beichtvaters nach Pau zurückgeschickt. Im November 1872 kam sie dort an. Die übernatürlichen Erscheinungen hielten an, sie besaß auch die Gabe der Weissagung. Immer wieder betonte sie, dass Gott einen Karmel in Betlehem wünsche.

Nachdem die Gründung finanziell gesichert und vom Papst genehmigt worden war, verließ sie am 16. Mai 1875 mit einer kleinen Gruppe Pau und kam am 12. September in Betlehem an. Sie bezeichnete die Stelle, wo das Kloster entstehen sollte, bestimmte nach den Wünschen Jesu das Aussehen des Baus und überwachte die Arbeiter, nicht ohne selbst anzupacken. Dazu verkündete sie den göttlichen Wunsch nach einem Karmel in Nazareth und ihren nahen Tod. Und tatsächlich starb sie in Folge eines Unfalls am Morgen des 23. August 1878 kurz vor der Vollendung des Baus.

 

Quelle: Helga-Maria M. Jaeger, Gott lebt! Sie sind seine Zeugen. Band I: Heilige und Selige des Karmel

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Hl. Albert v. Jerusalem

  

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Wesentliche Elemente der Karmelregel gegeben von Albert von Jerusalem ...

Man kann während der Arbeit gut zum lieben Gott beten, es genügt, an ihn zu denken. 

Hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit

    

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