logo caritas
Elisabeth Catez wurde am 18. Juli 1880 in Bourges in Frankreich geboren.

Elisabeth Catez wurde am 18. Juli 1880 in Bourges in Frankreich geboren. Ihre Mutter berichtet, das Kind „ sei sehr schön, sehr lebhaft“. Und 21 Monate später: „Sie ist ein richtiger Wildfang, sie kriecht überall herum, ist eine große Schwätzerin“. Ihre Schwester erinnert sich an ihre Wutanfälle. Nichts lässt also die spätere Heilige erahnen. Selbst der frühe Tod des Vaters 1887 bändigt ihr Temperament nicht. Das ändert sich schlagartig mit ihrer ersten hl. Kommunion am 19. April 1891. Sie begreift die Liebe, die Jesus uns durch sein Leiden und seinen Tod erwiesen hat und durch seine bleibende Gegenwart unter den Menschen in der Eucharistie. Er erfüllt sie im tiefsten Grund ihrer selbst. Mit all ihrer Energie arbeitet sie nun daran, sich für Jesus, für die andern zu vergessen. Und diese Liebe trägt sie durch bis zu ihrem Tod. Ihre Wutanfälle sind überwunden und besiegt in ihrem Inneren.

Sie erhält die Erziehung einer höheren Tochter, Privatunterricht und Klavierunterricht am Konservatorium in Dijon, wo die Familie seit 1882 wohnt, ab 1887 sogar in einem Haus in der Nähe des Karmel. Elisabeth ist eine äußerst begabte und pflichtbewusste Schülerin. Sie übt viele Stunden täglich und erhält mit 13 Jahren einen ersten Preis im Klavierspiel. Noch viele Auszeichnungen sollten folgen. Eine glänzende Karriere als Pianistin schien vorgezeichnet. Doch bereits im Alter von 14 Jahren fühlt sich Elisabeth eines Tages nach dem Empfang der hl. Kommunion unwiderstehlich dazu getrieben, Gott ihr ganzes Leben zu weihen, und zwar im Karmel. Daraufhin verbietet ihr die Mutter jeden Kontakt zu den Schwestern. Und Elisabeth fügt sich, übt sich in Geduld, nimmt nicht ohne Begeisterung am Gesellschaftsleben teil. Lediglich ihrem Tagebuch vertraut sie ihre tiefe Sehnsucht an. Am 26. März 1899 gibt Frau Catez ihrer Tochter endlich ihre Zustimmung zum Eintritt in den Karmel, aber erst in zwei Jahren. Die Zeit ihres Wartens sah Elisabeth als ein totales Sich-Überlassen. Da sie noch nicht in Gottes Gegenwart im Karmel leben kann, lebt sie in ihrer inneren Zelle. „O mein Meister, ich möchte so gern mit Dir in der Stille leben. Was ich jedoch mehr als alles mag, ist, Deinen Willen zu erfüllen, und da Du mich noch in der Welt haben willst, unterwerfe ich mich von ganzem Herzen aus Liebe zu Dir. Ich biete Dir die Zelle meines Herzens an, sie soll Dein kleines Bethanien sein; komm und ruh Dich dort aus, ich liebe Dich so sehr.“ schreibt sie in ihr geistliches Tagebuch. Gleichzeitig führt sie neben ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen ihre apostolischen Tätigkeiten fort. Sie unterstützt Kinder von Fabrikarbeitern, hält die Katechese für Erstkommunionkinder, besucht Kranke und Bedürftige.

Und endlich ist es so weit: Am 2. August 1901 tritt sie in den Karmel in Dijon ein und erhält den Namen Elisabeth von der Dreifaltigkeit. Sie fügt sich gut in das Gemeinschaftsleben ein, hilft in der Wäscherei, wird zweite Pfortenschwester nach der Profess am 11. Januar 1903. Außerdem wird sie beauftragt, neue Postulantinnen in die klösterlichen Gepflogenheiten einzuführen. Sie führt das verborgene Leben einer Karmelitin im Dienst der Kirche, Gemeinschafts- und Einsiedlerleben zugleich, getragen vom Rhythmus der liturgischen Zeiten und der Tagesordnung. Daneben pflegt sie ein umfangreiches Briefapostolat, wobei sie auch Einblick in ihr Seelenleben gewährt: „Ich fühle so viel Liebe in meiner Seele, es ist wie ein Ozean, in den ich mich versenke, mich verliere: Dies ist meine Anschauung hier auf Erden, in Erwartung der Anschauung im Lichte, von Angesicht zu Angesicht. Er ist in mir, ich bin in Ihm; ich muss Ihn nur lieben, mich lieben lassen, und zwar immer, in allen Dingen: in der Liebe aufwachen, sich in der Liebe bewegen, in der Liebe einschlafen, die Seele in seiner Seele, das Herz in seinem Herzen, die Augen in seine Augen versenkt, damit Er mich durch die Verbindung mit Ihm reinige, mich von meiner Erbärmlichkeit erlöse. Wenn Sie wüssten, wie voll ich davon bin“ (L177).

So vergeht die Zeit. Elisabeth will immer mehr ein „Loblied der Herrlichkeit Gottes“ werden, wie sie es im Epheserbrief gelesen hat. Und sie verfasst ihr berühmtes Gebet „O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete“. Dabei lassen ihre körperlichen Kräfte jedoch immer mehr nach. Da Elisabeth in ihrer Krankheit aber sehr tapfer ist, wird der Ernst ihres Zustandes nicht bemerkt. Sie ist von nun an überzeugt, dass sie bald sterben wird, ahnt allerdings nicht, wie schwer der Weg noch werden wird. Im Laufe des Monats März 1906 kommt sie auf die Krankenstation, die sie nicht mehr verlassen wird. Sie leidet an der damals noch unheilbaren Addison'schen Krankheit mit der fast völligen Unmöglichkeit, sich zu ernähren. Selbst das Trinken ist ihr eine Qual. Nie erhält sie Morphium oder andere Schmerzmittel. Und doch schreibt sie: „Ich verkoste, ich erfahre bisher unbekannte Freuden. Die Freude des Schmerzes, o kleine Germaine, wie ist die doch so lind und so süß!... Ich träume davon, dass ich vor meinem Tod in Jesus den Gekreuzigten umgewandelt werde, und dies gibt mir so viel Kraft im Leiden“ (L324). Diese Haltung trägt sie durch bis zum Ende am 9. November 1906. Ihre letzten Worte sind: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe, zum Leben!“

­