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Aus eigener Erfahrung kannte der hl. Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) die Dunkelheiten des Lebens:Nach dem frühen Tod des Vaters, der die Familie in bitterste Armut stürzte, verdiente er sich den Lebensunterhalt als Helfer in der Krankenpflege. Doch dort erkannte man seine Begabung, er lernte Lesen und Schreiben, konnte sich weiterbilden.

Aus eigener Erfahrung kannte der hl. Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) die Dunkelheiten des Lebens:
Nach dem frühen Tod des Vaters, der die Familie in bitterste Armut stürzte, verdiente er sich den Lebensunterhalt als Helfer in der Krankenpflege. Doch dort erkannte man seine Begabung, er lernte Lesen und Schreiben, konnte sich weiterbilden.
Nachdem er in den Karmelorden eingetreten war, durfte er in Salamanca Theologie studieren und wurde zum Priester geweiht. Da sein Konvent stark apostolisch ausgerichtet war, es ihn jedoch zu einem kontemplativen Leben hinzog, wollte er zu den Kartäusern übertreten. Doch dann begegnete er der hl. Teresa von Avila, die gerade für die Gründung des männlichen Zweiges ihres Karmel Brüder suchte. Als einer der wenigen Männer seiner Zeit in Spanien erkannte er die Autorität einer Frau, Teresas, an, ließ sich von ihr unterweisen und machte ihre Vorstellungen vom Ordensleben zu den seinen. Zeit seines Lebens trug er wesentlich zum Gelingen der Gründung des Teresianischen Karmel bei. Das brachte ihn in Schwierigkeiten: Zunächst wurde er bei den Auseinandersetzungen mit dem Stammorden entführt und musste neun Monate in einer Gefängniszelle verbringen, in der er nicht aufrecht stehen und sich kaum umdrehen konnte, mit wenig Luft und ohne Licht. Dazu kamen mangelnde Ernährung und Folter. Doch gerade unter diesen unmenschlichen Bedingungen reiften in ihm seine besten und tiefsten Werke, die er nach seiner gelungenen Flucht niederschrieb. Die letzte Prüfung durchlitt er vor seinem Tod. Weil er das Ideal Teresas verteidigte, wurden ihm all seine Ämter entzogen, sollte er nach Mexiko geschickt werden. Willig nahm er alles an und freute sich, dass er sich nun ganz dem Beten und der Kontemplation widmen konnte. In dieser Haltung ertrug er auch die Schmerzen der letzten, zum Tode führenden Krankheit und starb, losgelöst von allem, am 14. Dezember 1591.
Weil Johannes vom Kreuz aus eigener Erfahrung mit den Dunkelheiten des Lebens vertraut war, wurde er zum verständnisvollen Beichtvater und Seelenführer. Und dank seiner hinterlassenen Schriften können wir noch heute von ihm lernen, durch Nacht und Dunkel hindurch den Weg zur Gotteinung zu gehen. Von diesem Gott des Lichtes und der Liebe, der in seinem Innersten wohnt und in dem keine Finsternis ist (1Joh1,5), wusste sich der Heilige getragen. „Wie gut weiß ich den Quell, der entspringt und strömt,/auch wenn es Nacht ist." Und:
„Seine Klarheit wird niemals verdüstert, und ich weiß, dass ihm alles Licht entsprungen ist,/auch wenn es Nacht ist." (P8) Dieses Licht wohnt in jedem Menschen, wie Johannes erkannte. „Dieses Licht mangelt der Seele niemals. Doch wegen der geschöpflichen Bilder und Hüllen, mit denen die Seele verhüllt und beschwert ist, strömt es nicht ein." (2S15,4) Solange das Herz des Menschen an irdischen Gütern hängt, kann er nicht alles, nämlich Gott, gewinnen. Deshalb muss er gereinigt, geläutert werden, was der Mensch als Dunkle Nacht erfährt, an der er aktiv mitwirken kann oder die er passiv erdulden muss. Doch am Ende wartet der ersehnte Lohn, das Einssein mit Gott, der den Menschen an sich zieht, wenn sich dieser nach ihm sehnt (vgl. LB3,28).

Heiliger Johannes vom Kreuz,
Lehrmeister geistlichen Lebens,
ergebener Dulder,
ganz mit Gott geeint,
Widerschein göttlichen Lichtes,
bitte für uns!

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