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Josef Kardinal Ratzinger an der Mariensäule 1977

Heilige Maria, Mutter Gottes, vom Heiligen Geist bewegt, hat einst Elisabeth dich selig gepriesen als die Gesegnete unter den Frauen, weil dein Glaube dem Herrn die Tür in diese Welt aufgetan hat. Unsere Vorfahren haben dich als ihre Schutzherrin erwählt, als die Herzogin ihres Landes, deren mütterliche Güte über aller menschlichen Herrschaft als Zeichen der neuen, befreienden Herrschaft Jesu Christi steht. Die Wege unseres Landes kommen von dir und gehen durch dich zu ihm, der der Weg selber ist. So bitten wir dich in dieser Stunde: Sei du die Patronin unseres Landes auch in dieser Zeit. In dem Streit der Parteien sei du Versöhnung und Friede; in den Weglosigkeiten unserer offenen Fragen zeige uns den Weg; die Streitenden versöhne, die Müden erwecke; gib den Misstrauischen ein offenes Herz, den Verbitterten Trost, den Selbstsicheren Demut, den Ängstlichen Zuversicht, den Vorwärtsdrängenden Besonnenheit, den Zaudernden Mut, uns allen aber die tröstende Zuversicht deines Glaubens. Stärke die Leidenden und die Kranken, erleuchte die Regierenden und führe uns zueinander im Frieden des Herrn. Schenke uns zu glauben, wie du geglaubt hast.

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