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Jesus: „für uns gestorben“ - weil er ganz für uns Menschen gelebt hat. Die Art, wie Jesus für seine Mitmenschen da war, offenbart eine Solidarität tiefster Anteilnahme, die nichts ausklammert, was uns Menschen bewegt.

Sie nimmt den Schrei wahr; der all die himmelschreienden Leiderfahrungen der Menschheit sammelt, um sie so dem Abgrund schierer Verzweiflung und ohnmächtigen Verdrängens zu entreißen. Seine Anteilnahme, sein Mit- Leiden, hat Jesus in die eigene Passion geführt, weil sie nicht anders kann, als bei den Opfern zu bleiben und im Da-Sein für sie den Tätern den Spiegel vorzuhalten. Die Welt hat es bis heute nicht verstanden.

Verstehen wir das als Christen? Glauben wir an Ostern, dass Gott den nicht im Tod lässt, der im Dasein für die anderen äußerstes Dunkel auf sich nimmt und keinem Abgrund menschlicher Existenz ausweicht? Es ist ein Osterbekenntnis, ein Zeichen für die Welt, wenn wir Jesu Anteilnahme lebendig halten, sie selbst leben. Wir müssen nicht den Helden spielen – es beginnt mit der schlichten Anteilnahme, der Aufmerksamkeit und dem Interesse für den anderen, mit der Achtung und dem Respekt, die auch seinen Fragen und seinem Leid Raum geben.

Nach Bernd Franke SJ in: Leben im Rhythmus des Kirchenjahres

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